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Die Entdeckung des Ortes Brunshaupten als Badeort


Zurecht können der damalige Postsekretär und spätere Regierungsrat Eingrieber und der Goldschmied Krüger aus der Landeshauptstadt Schwerin als die ersten Badegäste in Brunshaupten bezeichnet werden. Sie wohnten nachweislich im Sommer 1881 beim Erbschmied Sengebusch in der Schloßstraße und wurden beim Tischlermeister Bünger in der Neuen Reihe verpflegt. Sie badeten in der Ostsee, fanden die Erfrischung an der See, die reine See- und Waldluft und die schöne Umgebung bezaubernd. Einwohner des Dorfes, die gleichfalls in ihren Häusern Badegäste aufnehmen konnten, fanden sich zusammen und förderten von nun an den Fremdenverkehr. Zu den ersten Förderern des Badewesens gehörten Pastor Niemann, Kantor Lohff, die schon genannten Herren Sengebusch und Bünger sowie Oemigh und Pentzin. Mit der Unterstützung des Amtmanns von Bülow in Doberan und mit Genehmigung der zuständigen Amtsforstbehörde errichteten sie die ersten Badehütten am Strand (1886) und legten Wege durch den Stadtwald zur Ostsee an. Die Forstbehörde gestattete später auch den zusätzlichen Ausbau der Schneisen zu Wegen, die den Gästen das Spazieren im Kiefernwald ermöglichten. Im Sommer 1884 weilten bereits 149 Badegäste in Brunshaupten. An der zunehmenden Zahl der Badegäste verdienten nicht nur die Badewirte, sondern sie gewährte auch den Landwirten einen willkommenen Absatz ihrer Erzeugnisse. Gleichzeitig fanden Fuhrunternehmer in der Saison eine zusätzliche Einkommensquelle, indem sie Gäste zwischen der Bahnstation Kröpelin nach Brunshaupten und Arendsee kutschierten. Zimmerleute, Maurer und Maler sowie Gewerke wie Schlachter und Bäcker oder auch Kaufleute verdienten gut. Sprunghaft stieg die Einwohnerzahl von 833 im Jahr 1880 auf 1.035 im Jahr 1901 an.

Zur Freude der Förderer des Badewesens genehmigte die Amtsforstbehörde unter bestimmten Auflagen (1886) die Herstellung und Unterhaltung einer ersten Promenade am Strand. Im gleichen Jahr gründeten die Förderer des Badewesens einen „Gemeinnützigen Verein“, der die Belange des Fremdenverkehrs in die Hände nahm. Er schaltete erstmalig Werbeanzeigen in einer Berliner und einer Hamburger Zeitung. Ein Herren- und Damenbad entstanden und eine feste Seebrücke wurde gebaut, die das Anlegen von Dampfern gestattete.

Oberortsvorsteher Carl Risch und Pastor Niemann legten gemeinsam den Grundstein zu unserem Ostseebad und bemühten sich erfolgreich mehr und mehr Gäste anzulocken. Die Besucherliste des Jahres 1898 gibt für Brunshaupten 1.838, für Arendsee 739 und für Heiligendamm 1.375 Personen 


(Geschrieben von Herrn Dr. Jürgen Jahnke)


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