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Riedensee

Der Riedensee gehört zu den letzten Strandseen in Mecklenburg-Vorpommern, die in ihrer Ursprünglichkeit noch vorhanden sind. Lediglich schmale Dünen trennen ihn von der Ostsee. Über einen Durchbruch mischt sich das Salzwasser der Ostsee mit seinem Süßwasser, durch das er über Bäche, die in der Kühlung entspringen, gespeist wird. Bei Sturm aus nordwestlicher und vor allem nordöstlicher Richtung werden er und teilweise auch die benachbarten Weiden und Wiesen von Ostseewasser überflutet. Das Gemisch von Süß- und Salzwasser, auch Brackwasser genannt, bestimmen Fauna und Flora des einzigartigen Naturschutzgebietes, das teilweise zu seinem Schutz eingezäunt ist. Für naturverbundene Wanderer wird der Besuch dieses Areals zu einer Entdeckungsreise. Direkt in den Dünen gilt es Seltenheiten, wie die blau blühende Stranddistel, auch als Seemannstreu bekannt, in einigen wenigen Exemplaren aufzuspüren. Sie gehört zu den besonders gefährdeten Pflanzenarten an unserer Küste. Zu den unmittelbar in den Dünen wachsenden Pflanzen zählen auch die Salzmiere mit ihren auffällig dicken Blättern und der Mauerpfeffer, dessen hübsche gelbe Blüten hervorstechen. An den Büscheln der Binsenquecke - typisch sind ihre bis zu 35 cm oberseits längsgerippten festen Blätter - ist die Entstehung von Primärdünen zu beobachten, die wiederum hier für Strandhafer und Strandroggen Ansiedlungsvoraussetzungen schaffen. In den Salzwiesen um die See herum gedeihen Salzbinse, Strandaster, Meerstranddreizack und das Kleine Tausendgüldenkraut mit seinem rosafarbigen Blütenständen sowie Pestwurz. Der Riedensee mit seinem breiten Schilfgürtel und die auffälligen Salzwiesen gehören zu einem wichtigen Wasservogelbrutgebiet. Hier finden Graureier, Schnepfenvögel (Pfuhl-, Ufer- und Zwergschnepfen), Enten (Reiher,- Berg-, Tafel-, Stockenten) ungestörte Brutplätze. Auch die bis zu 17 Jahre alt werdenden Rotschenkel, eine der gefährdeten Vogelarten, finden in dem flachen Wasser genügend Nahrung. Seeschwalben bauen am Erdboden genauso wie die scheuen Sandregenpfeifer ihre flachen Nester. Am typischen Flugbild, den gemächlichen Flügelschlägen und den blickenden schwarzen Ober- und weißen Unterseiten sind Kiebitze zu erkennen. Eine weitere Seltenheit stellt die bis zu 10 cm große hellgraue Wechselkröte dar. Sie besitzt die Fähigkeit, sich farblich der Umgebung anzupassen und sucht die guten Laichbedingungen im brackigen Wasser. Zu allen Jahreszeiten, doch besonders im Frühjahr gilt es, mit Behutsamkeit am Strand des Riedensees entlang zu gehen, um Flora und Fauna zu erhalten. Informationstafeln geben dem Wanderer einen anschaulichen Überblick über die Besonderheiten dieses Naturschutzgebietes, in dem die Begrenzung des Wanderweges unbedingt einzuhalten ist.



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