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Der Friedensstein

Der Landwirt und spätere Bahnspediteur Carl Rickert entdeckte beim Roden im Großherzoglichen Forst von Brunshaupten im Sommer 1906 einen großen „erratischen Block". Der für diesen Wald zuständige Förster Christian Schütt ließ ihn auf Veranlassung des hiesigen Badevereins freilegen, damit er als Gedenkstein für des 1993 verstorbenen ersten deutschen Reichskanzler Fürst Otto von Bismarco aufgestellt werden konnte. Damals ahnte wohl niemand, dass dieser Stein im Jahre 1952 Zum „Friedensstein“ umgewandelt werden würde. Der Name des ersten Kanzlers des Deutschen Reiches galt in der DDR als Symbol des aggressiven preußischen Militarismus und des reaktionären deutschen Junkertums. Mit seiner Umbenennung sollte auch die Erinnerung an „chauvinistische" Veranstaltungen wie Feiern zum „Sedantag” (2. September 1870) und anlässlich der Geburtstage von Kaiser und Landesherrn, die von den Gemeindeverwaltungen, Schulen oder vom Krieges und Militärverein organisiert worden waren, gelöscht werden. Der Koloss mit seiner beachtlichen Höhe von 3,56 Meter und 2,25 Meter Breite, auf einem festen Fundament stehend und von einem Kreis von kleinen Findlingen eingefasst, hat bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Hier, wo sich die Waldwege Blocksbergschneese und Eingriebersteig kreuzen, ganz in der Nähe des oberen Teils der Strandstraße, steht dieses Denkmal auf einem Rondell im Stadtwald, von hohen Bäumen umgeben. Schattige Sitzbänke laden zum Aufenthalt ein, und der Anblick des Steines erinnert, ganz gleich, ob „Bismarck-" oder „Friedensstein“, an die wechselvolle deutsche Geschichte.


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